AMBULANTER HOSPIZDIENST
für Menschen mit AIDS

Der Hospizdienst TAUWERK 

Der Hospizdienst TAUWERK  e.V. ist ein Verein, der sich in Berlin-Pankow aus der Initiative franziskanischer Schwestern und Brüder entwickelt hat.

Es handelt sich um einen Zusammenschluss von Menschen, deren Anliegen es ist, Schwerkranke und Sterbende mit AIDS im Sinne der Hospizidee zu unterstützen und zu begleiten.
Dies schließt auch tatkräftige Hilfe für Angehörige und Freund*innen ein, wenn sie im Zusammenhang mit der Betreuung in der letzten Lebensphase vor schwierige Fragen gestellt sind.

In Ergänzung zu Pflegediensten möchten die Mitarbeiter*innen des TAUWERKs dazu beitragen, das Leben bis zuletzt nach den je eigenen und individuellen Wünschen gestalten zu können. Die Begegnung mit Menschen, die eine Begleitung wünschen, findet dort statt, wo sie leben: in der eigenen Wohnung, im Pflegeheim, in Wohnprojekten oder auch im Krankenhaus.

Der Hospizdienst bietet seine Begleitung den Kranken und den ihnen Nahestehenden unentgeltlich an; sie wird von qualifizierten hauptamtlichen Koordinatorinnen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die sich auf diese Aufgabe vorbereitet haben, durchgeführt.

Der Gedenkvorhang im Büro: Zeichen der Wertschätzung und Erinnerung an die Menschen, die wir bis zu ihrem Tod begleiten durften

Grundsätze der Hospizidee

Im Mittelpunkt aller Bemühungen der Hospizarbeit steht der Mensch in seiner letzten Lebensphase sowie die ihm Nahestehenden. Ihnen gilt gleichermaßen Aufmerksamkeit und Wahrhaftigkeit.Hilfe und jede Art der Organisation richtet sich nach den Bedürfnissen und Rechten der Sterbenden, ihrer Angehörigen und Freunde.

Für die Hospizbewegung ist Sterben gleich Leben – Leben vor dem Tod. Diese lebensbejahende Grundhaltung drückt sich vor allem in der Begleitung und lindernden Hilfe aus. 

Sie zielt einerseits nicht auf lebensverlängernde Maßnahmen, schließt jedoch andererseits aktive Sterbehilfe aus. In diesem Sinne beteiligen sich die Mitarbeiter*innen von TAUWERK auch nicht als Assistent*innen beim Suizid, sondern setzen sich mit den Möglichkeiten der palliativen Versorgung für die Erhaltung der Lebensqualität in der letzten Lebensphase ein.

Das Angebot hospizlicher Begleitung richtet sich an Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und Sprache, ihrer Religion, ihrer politischen Anschauungen, ihrer sexuellen Orientierung bzw. geschlechtlichen Identität oder ihrer Lebensweise. Die freien und persönlichen Entscheidungen jedes Einzelnen und die jeweiligen existenziellen Gegebenheiten bezieht die Hospizarbeit mit Respekt in die Begleitung ein.

Wichtige Ereignisse und Informationen

Caritas im Zeichen des Regenbogens

#OutInChurch

Unter diesem Motto haben sich Anfang 2022 mehr als 100 Menschen, die als kirchliche Mitarbeiter*innen wegen ihrer sexuellen Identität oder Orientierung mit der Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses rechnen müssen, öffentlich als queer geoutet.

Eine eindrucksvolle ARD-Dokumentation mit dem Titel „Wie Gott uns schuf“ gibt Einblicke in die Folgen kirchlicher Diskriminierung nicht-heterosexueller Lebensformen.

Der Caritas-Verband im Erzbistum Berlin nimmt zu den Forderungen queerer kirchlicher Mitarbeiter*innen folgendermaßen Stellung:

„Liebe kennt keine Ausgrenzung
Der Caritas-Verband für das Erzbistum Berlin begrüßt die Initiative #OutInChurch. Menschen müssen auch im kirchlichen Dienst ihre sexuelle Orientierung ohne Angst um ihren Arbeitsplatz leben können. Deshalb unterstützen wir alle Initiativen zur Weiterentwicklung des kirchlichen Arbeitsrechtes. Wir treten für Vielfalt in der Kirche ein und lehnen jede Form von Ausgrenzung ab.
Bei uns in der Caritas im Erzbistum Berlin arbeiten Menschen, die sich durch ihre Qualifikation und ihre Überzeugung, für andere in Not da zu sein, auszeichnen.

Wir sind für alle da, die Hilfe brauchen – unabhängig von Konfession, Weltanschauung, Nationalität, sexueller Orientierung. Genauso sind wir sind als Arbeitgeber auch für all diese Menschen offen.
Das ist unsere christliche Überzeugung: Liebe kennt keine Ausgrenzung.“

Dieser Stellungnahme schließen wir uns gerne an.
 

Wir bekennen Farbe
Am 12. Mai 2021 wurden vor den Caritas-Einrichtungen im Erzbistum Berlin in Brandenburg, Berlin und Vorpommern Regenbogenfahnen aufgehängt.

Der Caritas-Verband im Erzbistum Berlin schreibt dazu:
„Vor wenigen Wochen hat uns ein Dokument der römischen Glaubenskongregation erreicht, das ein Segensverbot von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ausspricht. Dieses hat lebhafte Diskussionen ausgelöst. Auch uns als Caritas-Verband und Dienstgemeinschaft hat dieses Schreiben sehr bewegt und beschäftigt.

Menschen, egal welchen Geschlechts, welcher Identität oder Herkunft, sind uns als Caritas der Kirche wichtig und wertvoll – ob als Kolleg*innen, Klient*innen oder Mitbürger*innen. Gottes Liebe umfasst alle Menschen und Beziehungen, die in Verantwortung gelebt werden.

Wir vertrauen auf den Bund Gottes, den er mit dem Menschen eingegangen ist und seinen Heiligen Geist. Dafür steht der Regenbogen. Er ist Symbol für die Beziehung, die Gott allen Menschen unter allen Umständen anbietet.

Wir bekennen Farbe und wollen damit ein Zeichen für Vielfalt in der Kirche und in der Gesellschaft setzen.“

Seit der Gründung des Hospiz-Dienstes TAUWERK ist es unseren Mitarbeiter*innen ein Anliegen, Menschen in ihren vielfältigen Lebensvollzügen mit Respekt und Zuwendung zu begegnen. Daher freuen wir uns über diese deutlichen Reaktionen der Caritas und unterstützen als korporatives Mitglied dieses Dachverbands gern diese Aktionen.

 

Hospizarbeit ist gelebte Solidarität

In unserem Dienst engagieren sich ehrenamtliche Mitarbeiter*innen für Menschen, bei denen die AIDS-Erkrankung inzwischen den Alltag maßgeblich bestimmt.

Sie begleiten die Erkrankten auf Spaziergängen, wenn sie sich allein unsicher fühlen; sie stehen für Gespräche zur Verfügung; sie sind weiterhin da, auch wenn eine Kommunikation immer schwieriger wird und sich der Zustand der Kranken weiter verschlechtert. Mit ihnen die letzte Lebenszeit zu teilen, ist für Schwerkranke und Sterbende sowie für ihre Angehörigen oft eine große Hilfe.

Wie unter der Rubrik Unterstützung ersichtlich, werden unsere künftigen Hospizhelfer*innen in einem Vorbereitungskurs für diese Aufgabe geschult.
Wir freuen uns, wenn unser Team immer wieder durch neue Mitarbeiter*innen verstärkt wird. 

Melden Sie sich gern bei uns, wenn diese Arbeit Sie interessiert.

„Letzte-Hilfe Kurs“ auch bei TAUWERK

Viele Menschen kennen und haben selbst einen Erste-Hilfe-Kurs mitgemacht. Dabei geht es um das Erlernen von Maßnahmen zur Hilfe bei akuter Verletzung und Erkrankung mit dem Ziel, das Überleben der Betroffenen zu sichern.

Bei der Letzten Hilfe geht es um Maßnahmen bei lebensbedrohlichen Erkrankungen mit dem Ziel der Linderung von Leiden und der Erhaltung von Lebensqualität.

Erste Hilfe und Letzte Hilfe sind beides humane Haltungen, verbunden mit der Bereitschaft, anderen Menschen in Not beizustehen.

Nach einer entsprechenden Qualifizierungsmaßnahme, die Katharina Wönne und Sr. Hannelore absolviert haben, können wir für interessierte Bürgerinnen und Bürger einen so genannten Letzte-Hilfe-Kurs anbieten.


In den Letzte-Hilfe-Kursen sollen Menschen ermutigt und befähigt werden, schwerkranke und sterbende Menschen in der letzten Lebensphase aktiv zu unterstützen: z.B. durch Mundpflege, Halt geben bei Unruhe und Verwirrtheit, einfaches Dasein und Bleiben angesichts schwieriger Situationen. Eine zugewandte Haltung und mitmenschliches Engagement bilden das gemeinsame Fundament von Erster und Letzter Hilfe.

Der Kurs besteht aus vier Themenblöcken:
1. Sterben als Teil des Lebens
2. Vorsorgen und Entscheiden
3. Körperliche, psychische, soziale und existentielle Nöte lindern
4. Abschied nehmen vom Leben (Bestattung und Trauer)

Die Teilnehmerzahl pro Kurs ist auf 20 Personen beschränkt, um den Fragen und Übungen genügend Raum zu geben.

Wenn Sie Interesse daran haben, nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf.

Sonderregelung bei der Krankenkassenförderung endlich genehmigt!

Mit dem Förderbescheid im Juni 2015 erhielten wir die erfreuliche Nachricht, dass die seit Jahren diskutierte Sonderregelung bezüglich der Krankenkassenförderung endlich genehmigt wurde.
Mit seiner besonderen Ausrichtung auf Menschen mit AIDS wird der Hospizdienst TAUWERK damit der Regelung für die auf die Begleitung von Kindern spezialisierten Hospizdienste gleichgestellt.

Dies bedeutet, dass nicht nur die abgeschlossenen Begleitungen, sondern auch die laufenden Begleitungen, die vor dem 1. November eines jeden Jahres begonnen wurden, für die Berechnung der Fördersumme berücksichtigt werden. Zugleich werden die Begleitungen mit dem Faktor 5 (statt 4) berechnet.

Damit fällt die Fördersumme deutlich höher aus als in den Jahren zuvor und sichert die laufende Arbeit zu etwa 50%. Mit dem gleichen Prozentsatz sind wir aber weiterhin auf die Solidarität der Spender und Spenderinnen angewiesen, um den von uns begleiteten Menschen ambulante hospizliche Unterstützung dort bieten zu können, wo sie gerade leben: in der Wohnung, im Pflegeheim, im Wohnprojekt oder Krankenhaus.